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Neue Beschwerde

Icke schreibt:

MM ist nie ein Vertragspartner

Ich habe mir im August 2014 das HTC-Smartphone One (M8) im Onlineshop des MediaMarkts gekauft. Leider hielt die Freude über das Gerät nur bis Mitte Dezember 2014. Dann wies der berührungsempfindliche Bildschirm einen Fehler auf, der die Bedienung des Telefons unmöglich machte. Ich wandte mich daher an die nächstgelegene Filiale in Berlin-Tegel - in der Annahme, ein Austausch-Gerät zu bekommen. Dem war nicht so. Das Gerät müsse eingeschickt werden, das sei bei Mobiltelefonen grundsätzlich so, hieß es. In etwa zwei Wochen würde ich eine SMS erhalten, wenn das Gerät zur Abholung bereitliegt. Eine Rückfrage nach zwei Wochen vor Ort ergab nichts. Es ließ sich nicht einmal feststellen, ob das Gerät repariert war oder wo es sich zu dieser Zeit befand. Der Filialmitarbeiter bat mich, abermals zwei Wochen zu warten. Nach insgesamt vier Wochen lag das Smartphone dann zur Abholung in der MediaMarkt-Filiale bereit. Eine Entschuldigung oder Ähnliches wegen der langen Wartezeit gab es nicht. Auf direkte Nachfrage, ob man mir in irgendeiner Form, etwa einem kleinen Einkaufsgutschein für den MediaMarkt, entgegen kommen kann, wurde mir nur gesagt, dass das schon mal vorkommen kann, da gebe es nichts extra für den Kunden. Die Freude über das reparierte Smartphone hielt eine Woche lang, dann war obere Lautsprecher defekt. Ein Umtausch gegen ein neues Gerät sei nach wie vor nicht möglich, hieß es in der Filiale in Tegel. Das Gerät müsse erneut eingeschickt werden, ich bekäme dann in etwa zwei Wochen eine SMS. Leider blieb diese drei Wochen lang aus. Auf der Internetseite des MediaMarkts lässt sich jedoch der Reparaturstatus verfolgen. Ergebnis: Das Gerät liegt längst wieder in der Filiale. Die Nachricht an mich sei wohl vergessen worden, sagte mir ein örtlicher Mitarbeiter. Eine Entschädigung oder Ähnliches wegen der langen Wartezeit (mittlerweile was das Gerät 7 Wochen lang eingeschickt und das bei einem technischen Gerät, das regelmäßig durch neuere verbesserte Generationen ersetzt wird und somit einem enormen Preisverlust ausgesetzt ist) gab es immer noch nicht, aber ich könne mich ja mal an den Hersteller wenden, vielleicht kann der da etwas machen. Tatsächlich habe ich dann von HTC einen 20-€-Gutschein für den HTC-Zubehör-Shop bekommen. Nach nur 5 Tagen war der Lautsprecher erneut defekt. Jetzt wollte ich mich nicht mehr mit einer Reparatur zufriedengeben und mich in der Filiale mit dem Hinweis auf die Hersteller-Garantie abspeisen lassen. Schließlich ist der MediaMarkt mein Vertragspartner und daher in der Pflicht. Die Mitarbeiterin begann nun, sich damit herauszureden, dass das so nicht stimme. Der Media Markt sein nur eine Art Zwischenhändler, also rechtlich gar nicht betroffen. Ich hätte nur Ansprüche gegenüber HTC. Das könne ich ihr ruhig glauben – sie würde schon lange im Handel arbeiten. Eine Woche später habe ich mit Hilfe der Auftragsnummer auf der MediaMarkt-Seite nach dem Status geschaut. Dieser besagte, dass das Gerät zur Abholung in der Filiale bereitliegt. Eine SMS habe ich wieder nicht erhalten. Ich bin dann also wieder in die Filiale gefahren und habe meinen Abholschein und den Status von der Internetseite präsentiert. Ja, nein, das sei ein Fehler. Ich hätte eine Wandlung beantragt, und die dauert für gewöhnlich sechs Wochen! Ich habe also ein mehrere Hundert Euro teures Smartphone gekauft, welches ich, sollte die Klärung nun tatsächlich sechs Wochen dauern, ganze 13 Wochen nicht nutzen konnte. Ich habe mir parallel erlaubt, HTC zu kontaktieren und den kompletten Vorgang zu schildern in der Hoffnung, dass wenigstens der Gerätehersteller kulant reagiert. Im MediaMarkt habe ich jedenfalls das letzte Mal etwas gekauft, das teurer ist als eine DVD.
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IBDB-Redaktion schreibt dazu:

Der hier geschilderte Vorgang ist kein Einzelfall. Die Verbraucherzentralen haben bereits mehrfach durch anonyme Tests festgestellt, dass der MediaMarkt in mehr als der Hälfte der Fälle seine Pflicht zur Gewährleistung verweigert. Branchenexperten halten das für keinen Zufall: Der Händler spart dadurch erhebliche Kosten und verschafft sich damit einen Wettbewerbsvorteil gegenüber gesetzestreuen Händlern.

Selbst MediaMarkt-Mitarbeiter bestätigen anonym, dass sie angehalten sind, Kunden an die Hersteller zu verweisen und die Pflichten des Händlers abzustreiten.

Die Behauptung im hier vorliegenden Fall, der MediaMarkt seine nur eine "Art Zwischenhändler" und daher rechtlich nicht involviert in der Beziehung zwischen Käufer und Hersteller, ist eine groteske Falschaussage. Dass sie aus purer Unwissenheit erfolgte, wie die MediaSaturn-Holding in diesen Fällen immer wieder vorträgt, muss angesichts der Häufigkeit der Vorfälle als Schutzbehauptung betrachtet werden.

Ihre tatsächlichen Rechte als Kunde erklären wir in einem Merkblatt.

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