Sonstiges

Gewährleistung ist, wenn Media-Markt das Recht neu interpretiert

Mica schreibt im Februar 2016:

Ende April 2014 hatte ich beim Media-Markt in Münster (NRW) einen 55-Zoll-Flachbildschirm von Samsung für knapp 1000 Euro gekauft. Damals waren Beratung und Verkauf sehr gut. Leider entwickelte das Gerät mit der Zeit ein paar Macken und im Januar 2016 erschienen zwei dunkle Flecken auf dem Bilschirm, der zudem noch von Schleihern überzogen wurde. Ich habe das Gerät also zur Reparatur in die Filiale gebracht. Der Mitarbeiter gab mir den Hinweis, dass ich mich auch direkt an Samsung für einen kostenlosen „Vor-Ort-Reparaturservice“ hätte wenden können. Nun aber war ich beim MM und die Reparatur sollte 14 Tage dauern. Nach drei Wochen habe ich dann mal beim MM angerufen. Dort wurde mir dann gesagt, dass der Fernseher irreparabel beschädigt sei und eine Gutschrift von Samsung kommen soll. Allerdings warte man noch auf eine Bestätigungs E-Mail von Samsung. Nach einer weiteren Woche habe ich nochmals angerufen. Leider die selbe Auskunft: Man warte auf Rückmeldung von Samsung. Samsung selbst war auf Rückfrage irritiert, da der Vorgäng längst bearbeitet wäre. Der Hammer allerdings: Der Media-Markt erklärte mir am Telefon, ich könne weder innerhalb der Gewährleistung noch innerhalb der Garantie bei einem irreparablen Schaden mit einem Ersatzgerät noch mit Erstattung des vollen Kaufpreises rechnen. Sein Argument: Die Lebenserwartung eines Fernsehers betrage nur 36 Monate. Wenn ein Gerät aber nach 20 Monaten kaputt gehe, dann sei die Hälfte der Lebenserwartung bereits überschritten. Folglich gebe es nur einen entsprechend geringenen Betrag in Form einen Kaufgutscheins für den Media-Markt. Samsung zeigt sich auf Rückfrage äußerst irritiert. Samsung baue keine Fernseher, die nach 36 Monaten geplant am Ende ihrer Lebensdauer sein. Vielmehr garantiere Samsung innerhalb der Garantiezeit die 100-prozentige Rückerstattung des Kaufpreises. Heißt das also, Samsung zahlt dem Media-Markt den vollen Kaufpreis zurück, der Media-Markt reicht aber nur einen Bruchteil davon an den Kunden weiter und bereichert sich so auf dessen Kosten? Dann wunderte sich der Samsung-Mitarbeiter auch noch, warum es nur Gutscheine für den Media-Markt geben solle. Das sei rechtlich wohl kaum zulässig.

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